Konzept Schule

Evangelische Grundschule „Apfelbaum“ in  Trägerschaft des Evangelischen Schulvereins „Apfelbaum“ e.V.

Dieses Schulkonzept und das Hortkonzept sind die Grundlagen, auf denen das Schul- und Hortleben fußt.
Das Handbuch ist ein kurzes „Nachschlagewerk“ wichtiger organisatorischer und pädagogisch fachlicher Grundlagen.

Inhaltsverzeichnis

 Leitbild

 1 Grundlagen

1.1 Allgemein, Trägerschaft

1.2 Theologische Grundgedanken

1.3 Gesetzliche Grundlage, Finanzierung

2. Rahmenbedingungen der Schule

2.1 Räumlichkeiten

2.2 Anzahl der Klassen / Klassenstärke

2.3 Mitarbeiter/ Qualifikation/ Zuständigkeit

2.4 Öffnungszeiten, Rhythmisierung, Ferien

2.5 Aufnahmebedingungen

2.6 Apfelkernchen

 3 Pädagogik

3.1 Pädagogische Grundgedanken

3.1.1 Inhalt – Was wir wollen

3.1.2 Form – pädagogischer Ansatz

3.1.3 Bewertung und Zensierung

3.2 Der Lehrer, das Kind, die Eltern

3.2.1 Der Lehrer

3.2.2 Das Kind

3.2.3 Die Eltern

3.3  Feste, Rituale, Projekte/ Religionspädagogik / Religiöse Rituale

3.4 Integration

4. Öffentlichkeitsarbeit

 5. Kooperation Grundschule / Hort

6. Visionen

 7. Qualitätsmanagement / Evaluation

8. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung/ SGB VIII § 8a

Anhang

„Christlich leben. Sozial handeln. Begabungen entfalten.“

„Christlich leben“

Der christliche Glaube und ein Menschenbild, das jeden Menschen als Geschöpf Gottes sieht, ist das Fundament unserer Arbeit. Daraus folgen Achtsamkeit und Achtung der Individualität und die Sicht auf den ganzen Menschen sowie Liebe, Freiheit und Verantwortung als Leitideen für das Lernen und Leben an unserer Schule und in unserem Hort.

Der christliche Glaube bietet den Kindern die Chance Gottesnähe und Geborgenheit zu erfahren. Wir möchten den Kindern einen geborgenen und vertrauensvollen Umgang in der Schule und im Hort ermöglichen.

Der christliche Glaube und die gemeinschaftliche Erfahrung des Glaubens im alltäglichen Leben ist eine wichtige Grundlage unserer Konzeption. Wir wollen für den Schulalltag unserer Kinder ein christliches Umfeld schaffen, damit sie auch dort erleben können, was sie von zu Hause und aus den Kirchgemeinden kennen. Kindern, die dieses Umfeld nicht haben, soll ein Zugang dazu eröffnet werden. Das Kirchgemeindeleben der umliegenden Gemeinden beleben wir durch aktive Zusammenarbeit.

Der christliche Glaube schließt die Erfahrung des sorgsamen Umgangs mit Gottes Schöpfung ein. Die Kinder erleben die Natur als Gottes Schöpfung und lernen den behutsamen Umgang mit den von Gott uns anvertrauten Gaben.

„Sozial handeln“

Die Grundlage unseres Handelns ist der Respekt vor der Würde und der Einmaligkeit eines jeden Menschen. Das Zusammenleben in Gemeinschaft, zu der die Klassengemeinschaften ebenso gehören wie die Familien, Lehrer, Erzieher, Mitarbeiter, der Verein und alle Menschen unserer Umgebung, schafft die Voraussetzung zum Erlernen sozialer Kompetenz. Wir wollen gemeinsam leben und lernen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Christliche und soziale Maßstäbe wie Nächstenliebe, Toleranz, Achtung, Verantwortungsbewusstsein und sensibler Umgang mit unserer Umwelt sollen durch die Erwachsenen gelebt und so für die Kinder erfahrbar werden.

Die Kinder sollen erfahren, dass Konfliktsituationen ausgetragen werden können. Für eine gute Gemeinschaft gehört dabei die Vergebung und die Versöhnungsbereitschaft dazu.

Sie sollen für ihren weiteren Lebensweg soziale Verhaltensweisen lernen, die sich am christlichen Menschenbild orientieren.

 „Begabungen entfalten“

Das Bildungsziel in der Evangelischen Grundschule und des Hortes „Apfelbaum“ ist bei ganzheitlicher Entfaltung der Kinder das Erlangen weitreichenden Wissens. Wir wollen ihnen helfen, eigene Lernwege zu entdecken und damit zu arbeiten. Neben der Vermittlung von fundiertem Allgemeinwissen widmen wir uns besonders der Förderung der individuellen Begabung jedes einzelnen Kindes, der Schulung aller seiner Sinne und seiner Ausdrucksfähigkeit. Bei uns wird jedes Kind als einmaliges und darum unverwechselbares Geschöpf Gottes, unabhängig von der Art seiner Begabung, seiner Andersartigkeit, Nationalität oder Religion angenommen.

Jedes Kind kann seine von Gott geschenkten Begabungen und Fähigkeiten in die Gemeinschaft einbringen. Jedes Kind soll mit seinen Schwächen in der Gemeinschaft akzeptiert werden.

Kinder haben das Recht auf eine Erziehung und Bildung, die ihren Bedürfnissen, Veranlagungen und der eigenen Persönlichkeit als Junge oder Mädchen Rechnung trägt. Die Evangelische Grundschule und der Hort „Apfelbaum“ sind offen für alle Kinder, unabhängig von ihrer religiösen, ethischen und sozialen Herkunft. Im Rahmen unserer personellen, strukturellen und räumlichen Voraussetzungen bieten wir Integrationsmöglichkeiten an.

1 . Grundlagen

 1.1 Allgemein, Trägerschaft

Seit der Gründung des Evangelischen Kindergartens „Unter dem Regenbogen“ und einer Montessori – Kindergartengruppe in Oschatz können Eltern auf dem Hintergrund ihrer eigenen Familienerziehung verschiedene pädagogische und christlich orientierte Konzepte für ihre Kinder im Kindergartenalter auswählen.

Der Wunsch, solche Konzepte auch in der Grund- und Mittelschule wieder zu finden, hat im Jahr 2000 engagierte Eltern und beratende Pädagogen zu einer Interessengruppe zusammengeführt. Wir wollten für den Schulalltag unserer Kinder ein christliches Umfeld schaffen, damit sie auch dort erleben können, was sie von zu Hause und den Kirchgemeinden kennen. Kindern, die dieses Umfeld nicht haben, sollte ein Zugang dazu eröffnet werden.

Der evangelische Schulverein „Apfelbaum“ e.V. ist der freie Träger der „Evangelischen Grundschule Apfelbaum“. Der Verein konstituierte sich am 05.09.2000, wurde am 14.09.2000 notariell bestätigt und am 26.09.2000 in das Vereinsregister eingetragen.

Der Evangelische Schulverein bereichert mit der Gründung einer Grundschule in seiner Trägerschaft im Jahr 2002 die bestehende Schullandschaft in der Collm – Region und belebt das Kirchgemeindeleben der umliegenden Gemeinden durch aktive Zusammenarbeit. Dabei arbeiten wir in enger Kooperation mit dem Kindergarten „Unter dem Regenbogen“.

1.2 Theologische Grundgedanken

– Menschsein schließt das Erleben von Vertrauen und Angst ein

Theologischer Hintergrund: Menschen haben immer wieder Gottesnähe und Geborgenheit, aber auch Gottesferne und Verlassenheit erfahren. Im Leben Jesu werden diese Erfahrungen exemplarisch.

Impulse für die pädagogische Arbeit in der Schule:

Die Kinder leben mit einem großen Urvertrauen, anderseits erleben sie sich und ihre Umgebung mit Ängsten und Enttäuschungen. Wir wollen den Kindern einen geborgenen, vertrauensvollen Umgang in der Schule ermöglichen.

– Menschsein schließt die Erfahrungen mit eigenen Stärken und Schwächen ein

Theologischer Hintergrund: Jesus ermutigte immer wieder Menschen, die eigenen von Gott geschenkten Stärken zu entdecken. Die Reichen und Starken forderte er auf, die eigenen Gaben in die Gemeinschaft einzubringen. Die Schwachen forderte er auf, ihren je eigenen Weg zu gehen.

Impulse für die pädagogische Arbeit: Kinder positionieren meist klar, wer der Starke und der Schwache ist. In der Arbeit mit den Kindern ist es wichtig, dass jedes Kind sich mit seinen Stärken und Schwächen von Gott angenommen weiß. Jedes Kind soll seine Fähigkeiten und Gaben in die Gemeinschaft einbringen können.

– Menschsein schließt die Erfahrungen des Streites und der Versöhnung ein

Theologischer Hintergrund: Viele biblischen Texte erzählen von Unrecht, Schuld und Versagen, aber auch von Vergebung, Versöhnung und neuem Leben.

Impulse für die pädagogische Arbeit: Den Kindern sind Konfliktsituationen nicht fremd. Sie sollen in der Schule erfahren, dass Konflikte ausgetragen werden, aber auch Vergebung und Versöhnung für eine gute Gemeinschaft nötig sind.

– Menschsein schließt die Erfahrung mit dem sorgsamen Umgang der Schöpfung ein

Theologischer Hintergrund: Gott gab dem Menschen den Auftrag die Erde zu bebauen und zu bewahren.

Impulse für die pädagogische Arbeit: Die Kinder erleben Gottes Schöpfung in der Natur.

Sie sollen die Natur als Gottes Schöpfung kennen lernen und in der Schule erleben, wie sie mit den uns von Gott anvertrauten Gaben behutsam umgehen können.

1.3 Gesetzliche Grundlage, Finanzierung

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht nach Art. 7, Abs. 4 und 5 die Vielfalt der Schulträger mit unterschiedlichen Wertorientierungen.

Zusammen mit dem im Freistaat Sachsen erlassenen „Gesetz über Schulen in freier Trägerschaft“ vom 04.02.1992 bildet dieses die rechtliche Grundlage für unsere Schule.

Die Finanzierung der Schule erfolgt zu einem Teil aus Elternbeiträgen, die in der Höhe von der Mitgliederversammlung des Trägervereins festgelegt werden und eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht fördern.

Die Höhe der Elternbeiträge wird im „Handbuch für Schule und Hort“ veröffentlicht.

2. Rahmenbedingungen der Schule

 2.1 Räumlichkeiten

Unsere Schule soll als Lebensraum mit verlässlichen und vertrauten Strukturen erfahren werden.

 Die Schule befindet sich zusammen mit dem Hort in einem Gebäudekomplex in Mügeln/ Schweta.

Die Schule und der Hort verfügen zusammen über 800 qm. Dazu gehören 4 Klassenräume (zwischen 51 und 61 qm), ein Werkraum, ein Mehrzweckraum, ein Medienraum, ein Spielraum, eine Ruheecke und ein Kreativraum. Das Außengelände ist ca. 1300 qm groß und umfasst unter anderem einen Ballspielbereich, Sandbereich, Sitzgelegenheiten und einen Schulgarten.

Der nahe liegende Park Schweta mit Fußballfeld und Spielplatz sowie Verkehrsgarten und Sporthalle wird genutzt.

Zusätzlich befinden sich im Gebäude ein Sekretariat/Schul- und Hortleiterzimmer, ein Mitarbeiterraum, ein Vereinsbüro und Abstellflächen in Keller, Dachboden und Außenschuppen.

Die Räumlichkeiten und deren Ausstattung laden die Kinder zum Lernen ein. Der Lebensraum Schule mit seinen Materialien weckt das Interesse der Kinder, inspiriert sie zu eigenem Denken, bietet Entscheidungsmöglichkeiten und fördert vielfältige Aktivitäten.

Die Räume, Gebäude und das Gelände haben eine Atmosphäre, in der die Kinder sich wohl fühlen und in der ihnen Möglichkeiten der Entfaltung angeboten werden.

 2.2 Anzahl der Klassen / Klassenstärke

Die Evangelische Grundschule „Apfelbaum“ ist eine einzügige Grundschule.

Wir streben eine Klassenstärke an, die den pädagogischen, räumlichen und finanziellen Anforderungen Rechnung trägt.

 2.3 Mitarbeiter/ Qualifikation/ Zuständigkeit

In der Schule arbeiten mindestens fünf  LehrerInnen, darunter SchulleiterIn und stellvertretende SchulleiterIn, Honorarkräfte sowie MitarbeiterInnen in den Bereichen Verwaltung/Küche/Reinigung/Hausmeisterdienste.

Die Anforderungen an die Ausbildung der LehrerInnen sind erfüllt, wenn eine fachliche und pädagogische Ausbildung nachgewiesen wird, die der Ausbildung der LehrerInnen an entsprechenden öffentlichen Schulen im Wert gleichkommt (SächsFrTrSchulG).

Alle MitarbeiterInnen vertreten eine auf christlichen Werten und diesem Konzept basierende Pädagogik, leben diese den Kindern vor und machen sie spürbar. Es ist uns wichtig, dass eigenes Handeln kritisch überdacht und konstruktiv mit Kritik umgegangen wird. Aufgabe der Lehrkräfte ist es, aus der Vielfalt der pädagogischen Methoden jeweils gezielt auszuwählen und die didaktisch- methodischen Entscheidungen im Hinblick auf die Ziele unserer Schule zu prüfen.

Die MitarbeiterInnen sind angehalten, sich zur eigenen fachlichen Qualifizierung und im Sinne der Konzeption regelmäßig weiterzubilden.

Die Schulleitung ist in besonderem Maße für die organisatorische und konzeptionelle Arbeit der Schule verantwortlich und fördert die Zusammenarbeit mit dem Hort. Sie übernimmt die Außenvertretung der Schule in pädagogischen und schulorganisatorischen Belangen.

PraktikantInnen und pädagogische Unterstützungskräfte haben die Möglichkeit, in der Schule zu arbeiten und dieses pädagogische Handlungsfeld intensiv kennen zu lernen.

 2.4 Öffnungszeiten, Rhythmisierung, Ferien

Als offene Ganztagsschule findet eine deutliche Überschneidung und Verknüpfung von Schule und Hort statt.

In der Zeit von 7.30 Uhr bis 14.10 Uhr ist die Schule geöffnet. Die verpflichtende Anwesenheit beginnt um 7.55 Uhr. Dieser Zeitrahmen wird durch Hort- und Ganztagsangebote ergänzt.

Es wird für alle Kinder ein Mittagessen angeboten.

Die Ferien und unterrichtsfreien Tage richten sich nach den im Land Sachsen üblichen Bestimmungen. Schließzeiten von Hort und Schule werden zu Beginn des Schuljahres festgelegt.

Die verlängerte Schulzeit ist eine qualitative Ausweitung des Schulalltages. In angemessenen Phasen wechseln sich Anspannung und Entspannung ab, so dass kein Kind überfordert wird. Die zur Verfügung stehende Zeit erleichtert innere Differenzierung und freie Arbeit, regt Kooperationen zwischen LehrerInnen, Kindern und Eltern an, fördert Selbständigkeit und Selbstverantwortung der Kinder.

Die Rhythmisierung eröffnet den PädagogInnen einen größeren Handlungsspielraum, in dem sie die zeitliche Dauer von Arbeitsphasen und den Wechsel von Fächern nach der Aufnahmefähigkeit der Kinder und ihrer Belastbarkeit bestimmen können.

Die Kinder haben die Möglichkeit, innerhalb größerer Zeitblöcke ihre Arbeit eigenverantwortlich einzuteilen, Arbeitsrhythmus und Arbeitszeit selbst bzw. mit zu bestimmen. Innerhalb fester Rituale, vertrauten Arbeitsformen und wiederkehrenden Tätigkeiten ermöglichen wir den Kindern, sich selbst zu entfalten.

Die Länge der Unterrichtseinheiten kann von den Lehrkräften im Rahmen der 90-minütigen Lerneinheiten flexibel gestaltet werden. Sie richtet sich nach dem Inhalt und der Komplexität des Stoffes und der Konzentration des Kindes.

An verschiedenen Wochentagen findet der Unterricht phasenweise in altersübergreifenden Familiengruppen statt.

Es gelten feste, größere Pauseneinheiten zur Entspannung, Bewegung und zum Spielen.

 2.5 Aufnahmebedingungen

Die Evangelische Grundschule „Apfelbaum“ ist grundsätzlich für Kinder aller sozialen Schichten, jeder Konfession oder Nation offen und wir betrachten uns als integrative Einrichtung.

Die Eltern tragen das Konzept mit und unterstützen uns im Schulalltag.

Über die Aufnahme entscheiden der Vereinsvorstand und die Schulleitung.

 2.6 Apfelkernchen

Unsere Vorschulkinder heißen „Apfelkernchen“. Einmal im Monat, beginnend im September, gibt es Treffen der Apfelkernchen zum Kennenlernen unserer Schule und ihren zukünftigen LehrerInnen und ErzieherInnen.

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist ein besonders herausfordernder Lebensabschnitt. Für die Familien bedeutet dieser Übergang mehr als die Neuordnung von Alltagssituationen.

Für die ErzieherInnen und LehrerInnen ist der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule ein pädagogisches Arbeitsfeld, in dem die Kooperation mit allen Beteiligten erforderlich ist. Sie unterstützen Kinder und Eltern bei der Entwicklung von Bewältigungsstrategien und neuer Alltagsroutinen.

Zu dem gelingenden Übergang vom Kindergarten in die Grundschule trägt in besonderer Weise eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit von Elternhaus, Kindereinrichtung und Grundschule bei.

3. Pädagogik

 3.1 Pädagogische Grundgedanken

 3.1.1 Inhalt – Was wir wollen

Unser Bildungsziel in der Evangelischen Grundschule „Apfelbaum“ ist bei ganzheitlicher Entfaltung der Kinder das Erlangen von weitreichendem schulischen Wissen. Als staatlich anerkannte Ersatzschule arbeiten wir nach dem sächsischen Lehrplan, aber nutzen andere Strukturen und Wege. Wir helfen den Schülern eigene Lernwege zu entdecken und damit zu arbeiten. Sie lernen für ihren weiteren Lebensweg soziale Verhaltensweise, die sich am christlichen Menschenbild orientieren.

Als Evangelische Schule widmen wir uns neben der Vermittlung von fundiertem Allgemeinwissen besonders der Förderung der individuellen Begabung eines jeden Kindes, der Schulung aller seiner Sinne und seiner Ausdrucksfähigkeit. Christliche und soziale Maßstäbe wie Nächstenliebe, Toleranz, Achtung, Verantwortungsbewusstsein und sensibler Umgang mit unserer Umwelt werden durch die Erwachsenen gelebt und so für die Kinder erfahrbar. Wir ermutigen sie zu guter Gemeinschaft.

Gemeinsam mit Kindern, LehrerInnen, ErzieherInnen und Eltern feiern wir die Feste des kirchlichen Jahreskreises.

 

 

 

 

 

 

 

 

3.1.2 Form – pädagogischer Ansatz

Wir arbeiten mit unterschiedlichen reformpädagogischen Ansätzen, die miteinander vernetzt werden. Zur Lernarbeit in unserer Schule gehören im regulären Unterricht: Lernphasen in altersgemischten und fächerübergreifenden Lerngruppen, Projektarbeit, Still- und Freiarbeit.

In diesen Arbeitsphasen haben die Schüler gesonderte Möglichkeiten, ihre persönlichen Lernwege zu entdecken. Durch gegenseitige Hilfestellungen jüngeren oder älteren Kindern gegenüber entwickeln sie Selbstverantwortung, Selbstvertrauen und sozialen Umgang. Darüber hinaus ermöglicht das eigenständige Lernen in Familiengruppen den Lehrern verbesserte individuelle Förderung einzelner Kinder.

Andachten und Feste werden gegebenenfalls musisch-kreativ ausgestaltet. Ausflüge werden möglichst in den Schullalltag integriert.

Durch individuelles Eingehen auf das Kind wollen wir seine Anlagen, Talente und Entscheidungsfähigkeit fördern. Wir möchten das Kind zu konzentriertem, engagiertem und selbständigem Arbeiten befähigen und in der Wertschätzung und Beurteilung seiner Leistungen unterstützen. Wir nehmen die Arbeit der Kinder als Ausdruck ihrer Neugier, ihres Lernwillens und ihres Engagements an.

3.1.3 Bewertung und Zensierung

Die Kinder und Eltern werden auf die Bewertung durch Zensuren allmählich vorbereitet.

In den Klassenstufen 1und 2 sowie im 1. Halbjahr der Klasse 3 erfolgt keine Bewertung durch Zensuren, sondern durch eine ausführliche Verbaleinschätzung in Halbjahres- und Jahresinformationen. Im zweiten Schulhalbjahr der Klassenstufe 3 werden die Hauptfächer benotet und in Klassenstufe 4 richtet sich die Benotung nach den staatlichen Vorgaben zur Erteilung der Bildungsempfehlung. An unserer Schule gibt es keine Kopfnoten.

Daneben üben wir mit den Schülern die Bewertung der eigenen Leistung ein.

3.2 Der Lehrer, das Kind, die Eltern

 3.2.1 Die Lehrkräfte

„Hilf mir es selbst zu tun!“ ist ein wichtiger Ansatz der Arbeit an unserer Grundschule.

Unsere Lehrkräfte sollen die im Konzept verankerten christlichen Wertvorstellungen mittragen und für die Kinder erfahrbar machen. Sie arbeiten als Team miteinander.

„Die Lehrkräfte sollen Neugierde wecken, zur Selbständigkeit anregen, zu intellektueller Konsequenz ermutigen und die Vorraussetzungen für den Erfolg der schulischen Ausbildung … schaffen.“ (Deutsche UNESCO – Kommission (Hrsg.): Lernfähigkeit: Unser verborgener Reichtum: UNESCO – Bericht zur Bildung für das 21. Jahrhundert. Berlin 1997. S. 123.)

3.2.2 Das Kind

In der Evangelischen Grundschule „Apfelbaum“ wird jedes Kind als einmaliges und darum unverwechselbares Wesen angenommen. Es soll die Schulgemeinschaft unabhängig von der Art seiner Begabung, seiner Andersartigkeit, Nationalität oder Religion erleben können. Kinder haben das Recht auf eine Erziehung und Bildung, die ihren Bedürfnissen, Veranlagungen und der eigenen Persönlichkeit als Junge oder Mädchen Rechnung trägt.

Das Kind soll bei uns Antworten und Orientierungshilfen auf seine Sinnfragen finden. Es soll seine Umwelt immer wieder staunend neu entdecken und als Gottes Schöpfung kennen lernen.

Unser Anliegen ist es, dass die Kinder gern zur Schule kommen, mit Freude lernen, sich einsetzen, anstrengen und durchhalten. Dabei erfahren sie unsere Unterstützung.

3.2.3 Die Eltern/ Elternarbeit

Erziehung ist primär die Aufgabe der Eltern. Unsere Evangelische Grundschule bietet im Rahmen dieses Konzeptes Unterstützung.

Die gewählten ElternsprecherInnen sind Ansprechpartner und Vermittler zwischen Eltern, Lehrkräften, Schulleitung und dem Trägerverein. Dazu bedarf es des engen Kontaktes und der aktiven und konstruktiven Zusammenarbeit untereinander.

Die Eltern müssen bereit sein, dieses Konzept mit zu tragen und die praktische Umsetzung zu unterstützen. Gemäß der Konzeption erwarten wir, dass sie das Schulleben mitgestalten und Feste nach dem Kirchenjahreskreis gemeinsam mit den Kindern und den Gemeinden feiern.

3.3  Religiöse Rituale / Religionspädagogik 

Wirkliche Religion nimmt sich die Freiheit, das ganze Leben zu durchdringen.                                                                                                                                              Paul de Legarde

Wir sehen die religiösen Grunderfahrungen im Gesamtkontext kindlicher Bildung.

Wir möchten das Vertrauen der Kinder, ihre Hoffnung und ihr Selbstwertgefühl stärken.

In unserer Begleitung und Haltung als Lehrer soll Gott für die Kinder erfahrbar werden.

Spürt ein Kind Geborgenheit, gewinnt es Vertrauen und kann darauf aufbauend sein Leben trotz mancher Schwierigkeiten gestalten.

In den Schulalltag integriert ist ein gemeinsamer Wochenanfang aller Kinder und Lehrkräfte in Form einer Andacht und ebenso ein gemeinsamer Wochenabschluss.

Gemeinsam mit den Kindern, Lehrern und Eltern werden Schulgottesdienste und Projekte entsprechend des kirchlichen Jahreskreises erlebt.

Evangelischer Religionsunterricht ist für alle Kinder verbindliches Unterrichtsfach.

3.4 Integration

Die Integration von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf ist an unserer Schule ausdrücklich gewünscht.

Die Entscheidung über die Beschulung eines Kindes mit Integrationsbedarf treffen Schulleitung und Vereinsvorstand mit den Eltern nach umfassender Prüfung aller erforderlichen personellen, finanziellen und / oder technisch notwendigen Hilfen.

Integration ist immer eine Einzelfallentscheidung.

 4. Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit wird organisiert durch den Trägerverein. Dabei wird er fachlich und personell von den MitarbeiterInnen und den Eltern unterstützt.

 5. Kooperation Grundschule / Hort

Grundschule und Hort sind eigenständige, aber miteinander korrespondierende Einrichtungen, welche einen wesentlichen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder haben. Die Grundschule „Apfelbaum“ und der Hort „Apfelbaum“ haben eigenständige, aufeinander abgestimmte Konzepte, das Leitbild und die pädagogischen Grundsätze sind dieselben.

Ziel einer Kooperationsvereinbarung zwischen Grundschule und Hort ist es, die Zusammenarbeit beider Einrichtungen zu vertiefen und den Kindern auf Grundlage der pädagogischen Konzepte optimale Bedingungen während ihres Aufenthaltes in Schule und Hort zu verschaffen. Die Ganztagsangebote (GTA) sollen auf hohem qualitativen und quantitativen Niveau weiterentwickelt werden, wobei die Potenzen der Lehrpläne ebenso genutzt werden wie die sich aus dem Bildungsauftrag des Hortes ergebenden Möglichkeiten.

6. Visionen

 6.1. Allgemein

Die Schule soll in den nächsten Jahren in ihrer Struktur, der personellen Besetzung und den räumlichen Gegebenheiten so gestaltet werden, dass das kreative, stabile und anregende Lernumfeld für die Kinder erhalten bleibt bzw. verbessert wird.

Wir wünschen uns eine kontinuierliche Struktur und hochmotivierte Mitarbeiter, so dass es möglich ist, sich voll und ganz auf die Kinder zu konzentrieren.

Bei der Neubesetzung von Lehrerstellen wünschen wir uns gute und engagierte neue Mitarbeiter zu finden, die dieses Konzept und das gute Miteinander an unserer Schule mittragen, umsetzen und bereichern.

Unsere Schule soll in der Region und vor allem bei Eltern so positiv wahrgenommen werden, dass die Anmeldezahlen entgegen der demographischen Entwicklung konstant bleiben und wir eine „bunte Mischung“ von Schülern und Eltern haben.

Unsere Schule soll in der Region und in den umliegenden Gemeinden als „Leuchtturm im ländlichen Raum“ wahrgenommen und geschätzt werden.

Wir wünschen uns, dass alle unsere Eltern für die Schule „brennen“ und in Wort und Tat unterstützen.

6.2. Räumlichkeiten

Auch nach den baulichen Veränderungen in 2012 wünschen wir uns eine räumliche Weiterentwicklung, insbesondere der Ausbau des Dachgeschosses für den administrativen Bereich und eine Erweiterung des Außengeländes.

Für den Sportunterricht ist eine Sanierung der vorhandenen Sporthalle oder ein Neubau unbedingt erforderlich.

6.3. Inhaltlich

Musik, Sprache, Theater und Kunst sind Kernpunkte der Entwicklung von Grundschulkindern, die an unserer Schule einen besonders hohen Stellenwert einnehmen. Wir wünschen uns genügend Zeit, Platz, personelle und finanzielle Freiräume für eine Weiterentwicklung dieser kreativen Bereiche.

7. Qualitätsmanagement / Evaluation

Verein, Hort und Schule bilden gemeinsam einen Pädagogischen Beirat. Dieser setzt sich zusammen aus:

1. Vorsitzender, Vorstand, Pädagogischer Sprecher, Vorstand, Kirchlicher Mitarbeiter, entweder Vorstand, Vereinsmitglied oder extern, Schulleiter, Hortleiter, 2 Elternsprechern.

Die Aufgaben des Beirates sind:

Qualitätssicherung Schule und Hort (QM) durch Organisation von Hospitationen 1xjährl. durch Fachberater Schule + Hort (Schulstiftung, Diakonie), Planung von Fortbildungen, Überprüfung der Umsetzung und ggf. Organisation der Überarbeitung des Schul- und Hortkonzeptes, Organisation und Überprüfung der Umsetzung regelmäßiger interner und externer Evaluation.

Der Pädagogische Beirat trifft sich mindestens 2 x jährlich, jeweils im April und November.

 

8. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung/ SGB VIII § 8a

 

Das Thema „Sicherung des Kinderwohls“ ist ein wichtiger Baustein unserer täglichen Arbeit. Die Mitarbeiter des Ev. Schulvereines „Apfelbaum“ e.V.  sind über das Thema informiert und durch Weiterbildungen geschult.

Alle Mitarbeiter des Evangelischen Schulvereins „Apfelbaum“ e.V. haben einen Verhaltenskodex unterzeichnet und entsprechen ihm. Des Weiteren haben alle Mitarbeiter ein erweitertes Führungszeugnis zur Sicherstellung der persönlichen Eignung laut § 72a beim Träger abgegeben.

Bei Anzeichen einer möglichen Kindeswohlgefährdung bei den uns anvertrauten Kindern ist jeder Lehrer und jeder Erzieher zur Information an die Leitung verpflichtet. Im fachlichen Austausch im gemeinsamen Team von Schule und Hort erfolgt eine erste Gewichtung der Beobachtungen oder Informationen. Hierzu kann eine insoweit erfahrene Fachkraft  hinzugezogen werden.

Es folgt eine Festlegung möglicher Maßnahmen, Verantwortlicher und Termine.

Bei Unsicherheit, in schwierigen Fällen und bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch/Gewalt ist die Leitung verpflichtet, das Jugendamt zu informieren bzw. hinzuzuziehen und externe Kinderschutz-Fachkräfte (ggf. Spezialisierung) in der Region einzuschalten.

Die Einbeziehung der Eltern zur Abwendung der Gefährdung wird in allen Stufen angestrebt; sie erfolgt vorerst nicht, wenn eingeschätzt wird, dass dadurch der Schutz des Kindes nicht gewährleistet werden kann.

Der Evangelische Schulverein „Apfelbaum“ e.V. hat mit dem Jugendamt des Landkreises Nordsachsen eine Kooperationsvereinbarung zur Sicherung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung gemäß § 8a Abs. 1 SGB VIII, sowie zur Sicherung der persönlichen Eignung von Beschäftigten im Sinne § 72a SGB VIII abgeschlossen.

 

Schweta, den 1.07.2014

 

Anhang:

  1. Rhythmisierung des Unterrichtstages
  2. Kooperationsvereinbarung
  3. Handbuch für Schule und Hort

Rhythmisierung des Unterrichtstages

 

6.30 – 7.30 Uhr Frühhort freies Spiel
7.30 – 8.00 Uhr Gleitzeit Ankommen und Freiarbeit
7.45 Uhr Beginn Anwesenheitspflicht
8.00 – 9.30 Uhr Erste Lerneinheit Beginn mit Morgenkreis, Gespräch, gemeinsames Lied,…
Arbeit nach dem Wochenplan
   und/oder fach- bzw. lehrgangsbezogene Abschnitte
9.30 – 10.15 Uhr Frühstück und Hofpause Entspannung, Spiel und Bewegung
10.15 – 11.45 Uhr Zweite Lerneinheit Arbeit nach dem Wochenplan
   und/oder fach- bzw. lehrgangsbezogene Abschnitte
   und/oder Familiengruppen (altersübergreifend)
11.45 – 12.40 Uhr Mittagessen und Mittagpause Tischrituale, Spiel und Bewegung, Entspannung
12.40 – 14.10 Uhr Dritte Lerneinheit Arbeit nach dem Wochenplan
   und/oder fach- bzw. lehrgangsbezogene Abschnitte
   und/oder  KdW, AG, zusätzliche Angebote
14.10 Uhr Ende Anwesenheitspflicht
14.10 – 17.00 Uhr Hortzeit freies Spiel, AGs, Angebote