Geschichte

Geschichte unserer Schule

Historische Fotos vom Schulgebäude und vom Betrieb

 

Der Stifter der Schule zu Schweta

Karl Heinrich Ferdinand Schütze auf Schweta:

Ein Bild seines Lebens, nach seinen eigenen mündlichen und schriftlichen Mittheilungen gezeichnet von Karl August Georgi

Am 24. Februar 1778 wurde Karl Heinrich Ferdinand als jüngster Sohn von 11 Kindern der Eheleute des Herrn Miniaturmalers Johann Karl Schütze und seiner Frau Christiane Friederike geb. Rothe zu Meißen geboren.

Seine sittliche Ausbildung und die Entwicklung seines gutmütigen Charakters ist die angenommene Gewohnheit zu verdanken, täglich alle Erlebnisse aufzuzeichnen, was ihm im Augenblicke wichtig und aufbewahrungswert erschien. Er ist dieser Gewohnheit bis in sein Greisenalter treu geblieben. Dieser täglichen Rechenschaftsablegung ist deshalben dieser Rückblick zu verdanken.

Schon im frühen Alter arbeitete der Knabe an seiner allseitigen Ausbildung, indem er als talentvoll und wissbegierig mit Entschlossenheit und Geistesgegenwart die Kunde des Schreibens und Rechnen zu erwerben erlangte.
Gleichwohl war die Zeit gekommen, wo er sich entschließen musste, sich für eine Berufsart zu entscheiden, dass jedoch bei den beschränkten Vermögensverhältnissen seines Vaters, eine wissenschaftliche Laufbahn zu verfolgen, nicht durchzuführen war.

Als Ziel seines innigen Strebens schwebte dadurch die Erringung einer ehrenvollen finanziellen Unabhängigkeit ihm vor. Dieser Geschicklichkeit, die er durch fortgesetzte praktische Uebung zu einer wahren Virtuosität ausbildete, verdankt er wesentlich den Aufschwung, den seine weltweiten kaufmännischen Unternehmungen in Zukunft nahmen, und es ist nicht zu viel behauptet, wenn sie als die eigentliche ergiebige Quelle seines späteren Wohlstandes bezeichnet wird.

Ohne es je zuvor gesehen zu haben, hatte Schütze im Alter von 39 Jahren nach vielen Reisejahren, dass Rittergut Schweta bei Mügeln gekauft.
Bei allen Sammlungen für wahrhaft gemeinnützige und wohltätige Zwecke beteiligte er sich durch oft ansehnliche Gaben. Wo er es auch fand, er freute sich aufrichtig des Guten, gleichviel von welcher Seite es kam. Er förderte es ohne jede Rücksicht auf sein Interesse, seinen Namen, seine Ruhe und Bequemlichkeit. Er war ein Mann des Wortes.

Dass Karl Heinrich Ferdinand seinem lieben Schweta eine ganz besondere Aufmerksamkeit widmen würde, kam nicht von ungefähr. Gleichwohl disponierte Schütze in einer Gemeindeversammlung die Mitglieder zu dem Beschlusse, ein neues Schulhaus zu errichten, wozu er die erforderlichen Kosten an ziemlich 2300 Thalern unter der Bedingung aus seinen Mitteln vorlegen wollte, das die Rückzahlung in 40 Raten bewirkt werde. Nachdem acht Terminzahlungen pünktlich abgeführt worden waren, verzichtete Schütze nicht bloß auf die weiteren Zahlungen und machte das schöne neue Schulhaus, welches unmittelbar an der von Oschatz nach Mügeln führenden Chaussee gelegen ist, der Gemeinde völlig zum Geschenk, sondern er trat auch zu Gunsten der Schule die bereits erhaltenen acht Terminzahlungen ab, indem er damit eine Stiftung ins Leben rief, welche zur Begründung einer kleinen Bibliothek , zu Verbesserung des Lehrergehaltes und zum ganzen Erlass des Schulgeldes für die ärmeren Kinder verwendet werden sollte. Hierbei machte er keine andere Bedingung, als das die Eltern ihre Kinder auch wirklich zur Schule schicken möchten.

Von jeher widmete Schütze der Schuljugend seines Ortes eine vorzügliche Aufmerksamkeit. Auch unterließ er nicht, die Stellung des Dorfschullehrers durch mehrfache Unterstützung zu verbessern und verteilte regelmäßig bei den Prüfungen der Kinder, denen er beizuwohnen pflegte Prämien an Büchern unter den Ausgezeichneten.
Hierdurch erlangte er nach und nach großen Einfluss auf viele Schulklassengenerationen, welche sich zunehmend von den anderen Ortschaften der Umgegend sehr zu ihrem Vorteil unterschied.

So lebte Karl Heinrich Ferdinand Schütze nach dem Maximen, das Tugend und Einsicht, also die harmonische Bildung des Verstandes im weitesten Sinne des Wortes die sicherste Grundlage des menschlichen Daseins ist.

Am 14. Mai 1860, nachmittags 3 Uhr, senkte sich sanft auf den lebensmüden 82 jährigen Greis der Friede der ewigen Ruhe. Karl Heinrich Ferdinand Schütze wurde auf dem Friedhof in Schweta beigesetzt.

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