Praktikant Christoph Fünfstück

CHRISTOPH FÜNFSTÜCK aus Leipzig, Student an der Universität Leipzig für Lehramt an Förder- und Grundschulen, absolvierte sein dreiwöchiges Praktikum in unserer Schule und war damit unser erster „Lehramt-Praktikant“! Er begleitete besonders die 1.Klasse.
Von seiner Zeit bei uns, schrieb er folgende Eindrücke, die wir hier gern weitergeben möchten.

Mir fällt es unheimlich schwer die Eindrücke und Erfahrungen, die ich während der drei Wochen meines Praktikums an der Apfelbaumschule gemacht habe in einem kurzen Text zusammenzufassen. Ich habe nach etwas exemplarischem gesucht mit dem ich meinen Eindruck von der Schule auch Anderen vermitteln kann.
Die Pausengestaltung in Schulen schwankt immer zwischen der Bedürfnisbefriedigung der Kinder und dem Ordnungs- und Regelverständnis der Erwachsenen. Die Kinder brauchen mehr als zehn Minuten Zeit um mit Wasser, Schlamm oder Fußball zu spielen. Die Erwachsenen wollen nicht, dass die Kinder sich dreckig machen und danach total schmutzig in den Klassenräumen sitzen. Zwischen diesen beiden Extremen spielen sich an Schulen die Pausen ab. An vielen Schulen dürfen die Kinder ihre Bedürfnisse einfach nicht befriedigen und sie haben nicht die Möglichkeit sich mit einer Tonne durch Pfützen und Schlamm zu rollen oder Dämme und Seen zu bauen. Sie müssen die Pausen nach den Vorstellungen der Erwachsenen gestalten.
Die Apfelbaumschule schafft diesen Spagat spielend. Sie verabschiedet sich nicht von den nachvollziehbaren Wünschen der Erwachsene nach unterrichtsfähigen Schülern, sie nimmt den Schülern aber auch nicht Möglichkeit sich zu verwirklichen. Die Kinder ziehen sich einfach bevor sie auf dem Hof gehen Ganzkörperskianzüge an und haben dann die Möglichkeit sich auszuleben und das zu machen, was Kinder im Grundschulalter nun mal gerne machen. Wenn die Pause von den Lehrern beendet wird, es gibt keine störende Schulklingel, waschen sich die Kinder einfach Hände und Gesicht und gehen in den Unterricht.
Ich hatte das Gefühl, dass viele schultypische Probleme in Schweta genau nach diesem Prinzip gelöst werden: die Kinder nicht verbiegen, aber auf notwendige Regeln auch zu achten. Diese Kompromisse sind aber eben nur in Zusammenarbeit mit den Schülern zu schaffen und diese Zusammenarbeit wird an der Apfelbaumschule einfach gelebt.

Danke für die wirklich tollen Tagen und für die Rückkehr der Lust am Lehrer sein

Christoph Fünfstück