Konzept Hort

 Evangelischer Hort „Apfelbaum“

in  Trägerschaft des Evangelischen Schulvereins „Apfelbaum“ e.V.

Dieses Hortkonzept und das Schulkonzept sind die Grundlagen, auf denen das Schul- und Hortleben fußt.
Das Handbuch ist ein kurzes             „Nachschlagewerk“ wichtiger organisatorischer und pädagogisch fachlicher Grundlagen.

„Christlich leben. Sozial handeln. Begabungen entfalten.“

„Christlich leben“

Der christliche Glaube und ein Menschenbild, das jeden Menschen als Geschöpf Gottes sieht, ist das Fundament unserer Arbeit. Daraus folgt Achtsamkeit und Achtung der Individualität und die Sicht auf den ganzen Menschen sowie Liebe, Freiheit und Verantwortung als Leitideen für das Lernen und Leben an unserer Schule und in unserem Hort.
Der christliche Glaube bietet den Kindern die Chance Gottesnähe und Geborgenheit zu erfahren. Wir möchten den Kindern einen geborgenen und vertrauensvollen Umgang in der Schule und im Hort ermöglichen.
Der christliche Glaube und die gemeinschaftliche Erfahrung des Glaubens im alltäglichen Leben ist eine wichtige Grundlage unserer Konzeption. Wir wollen für den Schulalltag unserer Kinder ein christliches Umfeld schaffen, damit sie auch dort erleben können, was sie von zu Hause und aus den Kirchgemeinden kennen. Kinder, die dieses Umfeld nicht haben, soll ein Zugang dazu eröffnet werden. Das Kirchgemeindeleben der umliegenden Gemeinden beleben wir durch aktive Zusammenarbeit.
Der christliche Glaube schließt die Erfahrung des sorgsamen Umgangs mit Gottes Schöpfung ein. Die Kinder erleben die Natur als Gottes Schöpfung und lernen den behutsamen Umgang mit den von Gott uns anvertrauten Gaben.
„Sozial Handeln“

Die Grundlage unseres Handelns ist der Respekt vor der Würde und der Einmaligkeit eines jeden Menschen. Das Zusammenleben in Gemeinschaft, zu der die Klassengemeinschaften ebenso gehören wie die Familien, Lehrer, Erzieher, Mitarbeiter, der Verein und alle Menschen unserer Umgebung, schafft die Voraussetzung zum Erlernen sozialer Kompetenz. Wir wollen gemeinsam leben und lernen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Christliche und soziale Maßstäbe wie Nächstenliebe, Toleranz, Achtung, Verantwortungsbewusstsein und sensibler Umgang mit unserer Umwelt sollen durch die Erwachsenen gelebt und so für die Kinder erfahrbar werden.

Die Kinder sollen erfahren, dass Konfliktsituationen ausgetragen werden können. Für eine gute Gemeinschaft gehört dabei die Vergebung und die Versöhnungsbereitschaft dazu.

Sie sollen für ihren weiteren Lebensweg soziale Verhaltensweisen lernen, die sich am christlichen Menschenbild orientieren.

 „Begabungen entfalten“

Das Bildungsziel in der Evangelischen Grundschule und des Hortes „Apfelbaum“ ist bei ganzheitlicher Entfaltung der Kinder das Erlangen weitreichenden Wissens. Wir wollen ihnen helfen, eigene Lernwege zu entdecken und damit zu arbeiten. Neben der Vermittlung von fundiertem Allgemeinwissen widmen wir uns besonders der Förderung der individuellen Begabung jedes einzelnen Kindes, der Schulung aller seiner Sinne und seiner Ausdrucksfähigkeit. Bei uns wird jedes Kind als einmaliges und darum unverwechselbares Geschöpf Gottes, unabhängig von der Art seiner Begabung, seiner Andersartigkeit, Nationalität oder Religion angenommen.
Jedes Kind kann seine von Gott geschenkten Begabungen und Fähigkeiten in die Gemeinschaft einbringen. Jedes Kind soll mit seinen Schwächen in der Gemeinschaft akzeptiert werden.
Kinder haben das Recht auf eine Erziehung und Bildung, die ihren Bedürfnissen, Veranlagungen und der eigenen Persönlichkeit als Junge oder Mädchen Rechnung trägt. Die Evangelische Grundschule und der Hort „Apfelbaum“ sind offen für alle Kinder, unabhängig von ihrer religiösen, ethischen und sozialen Herkunft. Im Rahmen unserer personellen, strukturellen und räumlichen Vorraussetzungen bieten wir Integrationsmöglichkeiten an.
 
  
1. Grundlagen

 1.1 Theologische Grundgedanken

– Menschsein schließt das Erleben von Vertrauen und Angst ein

Theologischer Hintergrund: Menschen haben immer wieder Gottesnähe und Geborgenheit, aber auch Gottesferne und Verlassenheit erfahren. Im Leben Jesu werden diese Erfahrungen exemplarisch.

Impulse für die pädagogische Arbeit im Hort:

Die Kinder leben mit einem großen Urvertrauen, anderseits erleben sie sich und ihre Umgebung mit Ängsten und Enttäuschungen. Wir wollen den Kindern einen geborgenen, vertrauensvollen Umgang im Hort ermöglichen.

– Menschsein schließt die Erfahrungen mit eigenen Stärken und Schwächen ein

Theologischer Hintergrund: Jesus ermutigte immer wieder Menschen, die eigenen von Gott geschenkten Stärken zu entdecken. Die Reichen und Starken forderte er auf, die eigenen Gaben in die Gemeinschaft einzubringen. Die Schwachen forderte er auf, ihren je eigenen Weg zu gehen.

Impulse für die pädagogische Arbeit: Kinder positionieren meist klar, wer der Starke und der Schwache ist. In der Arbeit mit den Kindern ist es wichtig, dass jedes Kind sich mit seinen Stärken und Schwächen von Gott angenommen weiß. Jedes Kind soll seine Fähigkeiten und Gaben in die Gemeinschaft einbringen können.

– Menschsein schließt die Erfahrungen des Streites und der Versöhnung ein

Theologischer Hintergrund: Viele biblischen Texte erzählen von Unrecht, Schuld und Versagen, aber auch von Vergebung, Versöhnung und neuem Leben.

Impulse für die pädagogische Arbeit: Den Kindern sind Konfliktsituationen nicht fremd. Sie sollen im Hort erfahren, dass Konflikte ausgetragen werden, aber auch Vergebung und Versöhnung für eine gute Gemeinschaft nötig sind.

– Menschsein schließt die Erfahrung mit dem sorgsamen Umgang der Schöpfung ein

Theologischer Hintergrund: Gott gab dem Menschen den Auftrag die Erde zu bebauen und zu bewahren.

Impulse für die pädagogische Arbeit: Die Kinder erleben Gottes Schöpfung in der Natur.

Sie sollen die natur als Gottes Schöpfung kennen lernen und im Hort erleben, wie sie mit den uns von Gott anvertrauten Gaben behutsam umgehen können.

 

1.2 Gesetzliche Grundlage

Der Hort der Evangelischen Grundschule „Apfelbaum“ arbeitet auf der Grundlage der §§ 22-24 Sozialgesetzbuch (SGB VIII) und dem Sächsischen Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen (SächsKitaG). In der Neufassung vom 15.05.2009 ist in § 2 Abs. 1 der Sächsische Bildungsplan als Grundlage pädagogischer Arbeit in Kindertagesstätten verankert, und gilt somit auch für die Arbeit des Hortes.

 2.  Rahmenbedingungen des Hortes

2.1 Räumlichkeiten

Der Hort befindet sich zusammen mit der Grundschule in einem Gebäudekomplex in Mügeln/ Schweta.

Zur Zeit hat der Hort einen großen und drei kleinere Räume mit insgesamt 103 qm. Zusätzlich werden die 4 Klassenräume mit insgesamt 225 qm und der Werkraum mit 25 qm zusammen mit der Schule genutzt. Das Außengelände ist ca. 1300 qm groß und umfasst unter anderem einen Ballspielbereich, Sandbereich, Sitzgelegenheiten, und einen Schulgarten.

Der nahe liegende Park Schweta mit Fußballfeld und Spielplatz sowie Verkehrsgarten und Sporthalle wird genutzt.

2.2 Anzahl der Hortplätze

Die Kapazität des Hortes ist ausgelegt auf 85 Kinder.

Ab dem Schuljahr 2011/12 ist die Anmeldung im Hort für alle Kinder der Evangelischen Grundschule „Apfelbaum“ verbindlich.

Die Anwesenheit ab 14.10 Uhr ist fakultativ.

2.3 Mitarbeiter/ Qualifikation/ Zuständigkeit

Im Hort arbeiten vier pädagogische Fachkräfte sowie anteilig fünf MitarbeiterInnen in den Bereichen Verwaltung/Küche/Reinigung/Hausmeisterdienste.

Die Qualifikation der pädagogischen Fachkräfte entspricht der Sächsische Qualifikations- und Fortbildungsverordnung pädagogischer Fachkräfte (SächsQualiVO). Alle MitarbeiterInnen vertreten eine auf christlichen Werten und diesem Konzept basierende Pädagogik. Langfristig werden alle päd. MitarbeiterInnen des Hortes am Curriculum zum Sächsischen Bildungsplan teilnehmen. Darüber hinaus sind die MitarbeiterInnen angehalten, sich zur eigenen fachlichen Qualifizierung und im Sinne der Konzeption regelmäßig weiterzubilden.

Die Hortleitung ist in besonderem Maße für die organisatorische und konzeptionelle Arbeit des Hortes verantwortlich und fördert die Zusammenarbeit mit der Grundschule.

Praktikanten und Praktikantinnen und pädagogische Unterstützungskräfte haben die Möglichkeit, im Hort zu arbeiten und dieses sozialpädagogische Handlungsfeld intensiv kennen zu lernen.

2.4 Betreuungszeit / Öffnungszeiten

Als offene Ganztagsschule findet eine deutliche Überschneidung und Verknüpfung von Schule und Hort statt. Die Betreuungszeit beläuft sich auf 5 Stunden (ohne Frühhort) oder 6 Stunden (mit Frühhort) täglich während der Tage, an denen in der Evangelischen Grundschule „Apfelbaum“ Schulbetrieb stattfindet. Die Wahl der Betreuungszeit erfolgt vor Schuljahresbeginn für jeweils ein Jahr.

 2.4.1 Schulzeit

Der Hort ist geöffnet von 6.30 Uhr bis 7.30 Uhr und von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr

2.4.2 Ferien

In den Ferien richtet sich die Öffnungszeit nach dem Bedarf, der jeweils 4 Wochen vor dem Ferienbeginn durch die Hortleitung ermittelt wird. In der Regel ist er von 6.30 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.

Der Hort wird für 2 Wochen in den Sommerferien und zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen. Die Hortleitung kann zusammen mit dem Vereinsvorstand weitere Schließungszeiten festlegen, insbesondere an schulfreien Tagen. Zu Schuljahresbeginn erhalten alle Eltern dazu eine konkrete Planung.

 3. Der Hort

3.1 Pädagogische Grundsätze

3.1.1 Das Bild vom Kind

Kinder besitzen ein großes und individuelles Potential an eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Mit enormer Vitalität arbeiten sie selbständig und kreativ an der eigenen Entwicklung, dem eigenen Wissen und Können.

Dabei hat jedes Kind als ein Geschöpf Gottes ein Recht darauf, so zu sein, wie es ist. Jedes hat seine eigene Lerngeschichte.

Kinder haben auch ein Recht auf den heutigen Tag, die momentane Stunde, den Augenblick. Sie nutzen die situationsadäquaten Bildungsmöglichkeiten mit Beteiligung der verschiedenen Körpersinne für ganzheitliches Lernen, indem ihnen genügend Zeit zur Verfügung gestellt wird.

3.1.2 Die Rolle des Erziehers

Wir verstehen uns in erster Linie als BegleiterInnen der Kinder in ihren Lernprozessen. Die Kinder werden in ihrer Eigenaktivität von uns wertgeschätzt. Wir sind mit den Kindern auf dem Weg, umkreisen gemeinsam Fragestellungen, wollen die Sicht der Kinder verstehen und in die Arbeit integrieren.

Als forschende Pädagogen sehen wir mit Offenheit und Sensibilität „die Wunder des Alltags“. Mit Geduld, Freude und Engagement begegnen wir den Kindern grundlegend im Dialog und reflektieren ihre Eindrücke.

Wir wollen die Kinder mit ihren Wünschen und Bedürfnissen ernst nehmen: „Kinder sind schon Menschen, sie müssen nicht erst dazu erzogen werden.“

Den Eltern gegenüber stehen wir gern beratend und unterstützend, ehrlich und transparent zur Seite, um die Entwicklungsprozesse der Kinder optimal zu begleiten

3.2 Bildungsplan in der Hortarbeit

Vielfältige thematisch gebundene Projektarbeiten unterstützen den Forscherdrang der Kinder. Ansätze dafür liefern Fragen der Kinder oder Beobachtungen von kindlichen Tätigkeiten.

Fehleindrücke der Kinder werden nicht unmittelbar korrigiert, da Lernen komplex ist und Umwege zulässt. Fehler sind wichtige Durchgangsstationen zum Erfolg und fördern die Kreativität.

Wir schätzen die Fähigkeit der Kinder sich gegenseitig „Lehrer“ zu sein, sich untereinander Hilfestellungen zu geben, gemeinsam Lösungen zu suchen. Dies sehen wir als Basis für gegenseitige Akzeptanz und ein soziales Miteinander.

3.2.1 Somatische Bildung

Ein Kind ist für neue Bildungsprozesse offen, wenn es sich physisch und psychisch wohl fühlt. Deshalb wollen wir die Kinder für ihren Körper, ihre Gesundheit und Freude an Bewegung sensibilisieren.

Nimmt ein Kind seine Bedürfnisse wahr und kann entsprechend darauf selbstverantwortlich reagieren (z.B. die Wahl witterungsgerechter Kleidung, eine abwechslungsreichen Ernährung, die Körperhaltung sowie Hygiene) entwickelt es ein postives Körpergefühl als Grundlage des Selbstwertaufbaus.

Vielfältige Spielgeräte wie Pedalos, Stelzen, Bälle, Seile… unterstützen u.a. die Entwicklung eines gesunden Körperbewusstseins, da sie unterschiedliche Bewegungsmöglichkeiten zulassen, die in einer entsprechenden Umgebung erprobt werden können und motorische und soziale Kompetenzen schulen.

Die Kinder erleben im Alltag Anspannungs- und Ruhephasen. Neben den vorgegebenen Strukturen durch den Schulalltag haben die Kinder im Hort durch die räumliche Umgebung („Funktionsecken“) die Möglichkeit, auf ihre individuellen Bedürfnisse nach Ruhe oder aktiven Phasen, Einfluss zu nehmen.

Zudem können die Kinder spezielle Angebote während der KdW- Zeiten („Kammer des Wissens“) nutzen, welche die verschiedenen Körpersinne für ein ganzheitliches Lernen ansprechen. Dazu zählen u.a. Entspannungsgeschichten, Phantasiereisen, aber auch Gesprächskreise, Spiele usw.

Es sei an dieser Stelle besonders auf die „Waldhortgruppe“ (4.0.) hingewiesen, die neben wichtigen Basiserfahrungen auch das Sammeln von Grenzerfahrungen zulässt.

Eine gesunde Ernährung ist eine grundlegende Komponente der somatischen Bildung.

Ausreichend lange Essenspausen sind Grundlage für das sorgfältige Vorbereiten der Mahlzeiten (Tischdecken) und das Pflegen einer gesunden Esskultur (stressfreie Nahrungsaufnahme).

 3.2.2 Soziale Bildung

Soziale Beziehungen bestehen für Kinder untereinander, zwischen Kindern und ErzieherInnen, zu anderen Erwachsenen und vor allem den Müttern und Vätern.

Unsere Aufgabe besteht im Herausbilden von sozialen Kompetenzen bei den Kindern, wie Kooperationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Toleranz und Übernahme von Verantwortung.

Dieses basiert auf Vertrauen und Beteiligung, denn wer ausgeschlossen ist oder sich ausgeschlossen fühlt, wird nicht mit anderen sozial lernen oder soziale Fähigkeiten entwickeln können. Die Ausprägung von Identität und auch die Bildung von Freundschaften nehmen dabei eine wichtige Stellung ein.

Soziale Regeln erfassen die Kinder im Spiel z.B. beim Herstellen von Kontakten, den Tausch von Spielsachen oder beim Lösen von Konfliktsituationen. Neben den Regeln bestimmen auch Rollenmuster und Gruppendynamik, das Lernen und Spielen mit altersgemischten Gruppen die Interaktionen.

Wir stärken das Selbstvertrauen eines jeden Kindes, indem wir es in seiner Einmaligkeit annehmen und achten und in seiner Individualität fördern.

Dabei werden Werte wie Vertrauen und Verlässlichkeit, Respekt gegenüber dem Anderen vermittelt.

Gemeinsames Begehen religiöser Traditionen, das Sprechen eines Tischgebetes und die Feste und Projekte zum kirchlichen Jahreskreis ermöglichen den Kindern vielfältige soziale Erfahrungen, wie Achtung und Wertschätzung Anderer.

Formen demokratischer Mitbestimmung regen die Selbstbildungsprozesse der Kinder an.

Z.B. das Einbeziehen der Vorschläge der Kinder  für die Feriengestaltung  oder das gemeinsame Aufstellen von Verhaltensregeln zur Streitschlichtung.

Die Kinder knüpfen immer mehr Kontakte zu Gleichaltrigen und die Häufigkeit der Kontakte zu den Erwachsenen nimmt ab. Wir sind für die Kinder dabei Ansprechpartner, so oft sie es benötigen. Dieses zeichnet sich vor allem im Freien Spiel ab.

Unser Hort versteht sich als „Offener Hort“, jahrgangsgemischt sind alle Kinder am Nachmittag zusammen. Dennoch besteht die Möglichkeit, sich in Kleingruppen, z.B. geschlechts- oder altershomogenen Gruppen zusammenzufinden.

Die Kinder erfahren Freiräume und Vertrauen, um selbständiges und verantwortliches Handeln zu erproben und zu lernen.

3.2.3 Kommunikative Bildung

Die Sprache des Kindes ist eng mit seiner Identitätsfindung und Persönlichkeitsentwicklung verbunden. Mit ihrer Hilfe können das Kind Emotionen, Eindrücke und Erlebnisse verarbeiten. Soziales Miteinander ist oft an Kommunikation gebunden, dazu gehört sich auszudrücken und mitzuteilen, anderen zuzuhören und sie zu verstehen.

Das gemeinsame Leben und auch die Bildung der uns anvertrauten Kinder ist ohne Sprache und Kommunikation nicht denkbar.

Wir schaffen den Kindern Kommunikationssituationen unter Einsatz von Sprache, Schrift, wie auch Medien – in Form von Büchern, Schreibmaschine, Druckwerkstatt/Stempel oder Computer. Dabei gestalten sie zum Beispiel Backrezepte, gemalte Bilder, auch die eigene Lerngeschichte oder Dokumentation wäre möglich.

Im Tagesverlauf bieten sich vielfältige Anlässe für Gespräche, sie sind in Spiel -, Erlebnis- und Bewegungssituationen eingebettet. Der Dialog unter den Kindern (z.B. das Gespräch über Spielinhalte und Regeln, oder z.B. Tisch / Gruppenregeln aufzustellen) enthält Komponenten die nötig sind, um kommunikative Kompetenzen zu fördern.

Die Kinder erhalten ausreichend Möglichkeiten eigene Konfliktlösungen zu finden. Wir sind dabei stets bereit, die Kinder zu unterstützen, wenn sie Situationen der verbalen Auseinandersetzung nicht gewachsen sind.

Die Kinder lernen einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem eigenen Sprachgebrauch.

3.2.4 Ästhetische Bildung

„Ästhetische Erfahrung: bezieht sich auf die Wahrnehmung von Objekten um deren selbst willen und weniger aufgrund ihrer Funktion oder Bedeutung für etwas.“ (Lexikon Pädagogik. BELZ.2007,S.40).

Der Bereich der ästhetischen Bildung ist ein sehr komplexer Prozess. Im Allgemeinen könnte man sagen: Etwas ist schön oder nicht schön. Nur was ist das Schöne in dieser Welt? Kinder erschließen sich die Welt auf ihre Art, je nachdem wie Erwachsene dies zulassen und welche Erfahrungen Kindern zuteil werden. Ästhetische Bildung ist ein ganzheitlicher Prozess, unabhängig von dem Ergebnis, vielmehr ist es eine Tätigkeit an sich (verg. Sächsischer Bildungsplan, S. 85). Wichtig ist, ganzheitliche Erfahrungen in künstlerischen Bereichen zuzulassen und in die pädagogische Arbeit zu integrieren. Dies bezieht sich auf jegliche künstlerische Bereiche.

Zum Beispiel:

– experimentelle Bilder bekommen einen Platz zur Präsentation

– unterschiedliches Material wird bereitgestellt (Ton, Instrumente, Farbe)

– Musizieren und Improvisieren mit verschieden Medien/ Instrumenten

– Gedichte und Geschichten wird Raum zum Vortragen gegeben/ dokumentiert

Um etwas „von sich“ aus zu schaffen, ist es wichtig, dass Kinder mit wenigen Vorgaben etwas selbst gestalten dürfen.

3.2.5 Naturwissenschaftliche Bildung

Kinder sind neugierige „Welterforscher“ und „-entdecker“. Sie wollen ihre Umwelt be-greifen und Gesetzmäßigkeiten verstehen. So bunt und facettenreich sich unsere Welt zeigt, so viele Fragen und Rätsel birgt sie, die nicht nur Kinder in Staunen versetzen und nach Antworten suchen lässt.

Gerade im freien Spiel nutzen Kinder gern die zur Verfügung stehenden veränderbaren Materialien wie Sand, Wasser, Farbe, Wolle, Bausteine… und entsprechende Werkzeuge und experimentieren eigenständig. Der Vorteil dieser Materialien liegt in deren tatsächlicher wie auch symbolischer Bedeutung und Nutzung.

Unser Außengelände sowie die Horträume bieten vielfältige Möglichkeiten zum forschenden Handeln. Aus den Interessen und Fragen der Kinder ergeben sich Projektideen unterschiedlicher Bereiche aus der Natur, der Ökologie und Technik, die wir auch gemeinsam entdecken wollen.

Kinder lernen, indem sie konstruieren und auch dekonstruieren. Besonders gern wird z.B. die Werkbank im Hort genutzt, aber ebenso die verschiedenen Konstruktionsspiele.

Um einen nachhaltigen und umfassenden Lernprozess zu unterstützen, können die Kinder gelegentlich auch bei kleineren Reparaturarbeiten mitwirken. In der Zusammenarbeit mit den technischen Mitarbeitern erschließen sie sich lebenspraktische Kompetenzen, besonders wertvoll ist dabei jedoch die Chance, durch ihr Tun ihren Selbstwert zu stärken.

Mit der Sensibilisierung für Gottes Schöpfung sehen wir eine wichtige Verbindung einerseits verantwortungsvoll zu handeln bspw. bei der Pflege des Schulgartens und andererseits offen für die Bewahrung der Schöpfung  (z.B. Mülltrennung) zu sein. Gern nutzen wir den nahe gelegenen Park für Naturerkundungen. Die Kinder haben die Möglichkeit, „ sich in Beziehung zur Natur zu setzen“ sowie „ Sinneserfahrungen zu sammeln“ (z.B. Wie spüre ich Regen?). (Der Sächs. Bildungsplan S.444).

Sie erleben Natur ganzheitlich im Wandel der Jahreszeiten und können ihre Beobachtungen dokumentieren.

Über das eigene Erleben, dem „Sich- Selbst- Bewusstsein“ kann sich Selbstvertrauen entwickeln, als Basis auch schwierigen Dingen auf den Grund zu gehen.

3.2.6 Mathematische Bildung

Kinder lernen Mathematik über ganzheitliche Erfahrungen. Im Hort lernen Kinder mathematische Zusammenhänge durch einen ganzheitlichen Bezug zu Größen und Relationen. Kinder brauchen eine Vorstellung von dem was sie tun um dann überzugehen zu abstraktem Denken. In der Mathematischen Bildung im Hortbereich geschieht dies meist unbewusst im alltäglichen Geschehen.

Zum Beispiel:

-eine lange Wanderung gibt Aufschluss, wie viel Zeit ich zum Laufen einer bestimmten Strecke brauche

– wie viele Kinder können einen dicken Baumstamm umgreifen, wie groß ist der Abstand zwischen unseren ausgestreckten Fingerspitzen?

–  wie viele Armeisen wohnen in einem Armeisenhaufen?

Diese und andere Fragen entstehen aus alltäglichen Situationen, und werden von den Kindern hinterfragt. Sie wollen auf dieser Art, etwas Abstraktes für sich „begreifbar“ machen, es umwandeln in eigene Vorstellungen. Diese Prozesse gilt es zu unterstützen und zu begleiten.

3.3 Ablauf im Hort

3.3.1 Jahreskreis

Im Hort leben wir mit den Kindern nach dem kirchlichen Festkalender.

3.3.2 Die Jahreszeiten

Die jahreszeitlichen Prozesse in der Natur laden die Kinder ein, sich aktiv selbst als auch durch entsprechende Angebote auf das zeitgegebene „Wunderbare und Besondere“ einzulassen.

3.3.3 Die Woche

Für die Kinder finden regelmäßig AGs sowie besondere Angebote wie bspw. „Freilufttage“ oder der „Spielplatztag“ statt. Des Weiteren bieten wir thematische Angebote während der KdW-Zeiten und greifen dabei auch aktuelle Situationen und Fragestellungen der Kinder auf.

„Freiluft Tage“

Momentan haben die Klasse 3 und 4 die Möglichkeit jeweils an einem Tag alle 14 Tage sich im Park Schweta aufzuhalten. Hauptinhalt dieser 90 min.- Aktivität liegt im Freien Spiel. Die Kinder haben die Möglichkeit mit Todholz zu bauen, zu schnitzen und auf Erforschertour in der Natur zu gehen.

 3.3.4 Der Tag

6.30 – 7.30 Uhr, Frühhort

12.00 – 12.40 Uhr, Mittagessen

12.40 – 14.10 Uhr, Kammer des Wissens / Unterricht

14.10 – 15.00 Uhr, freies Spiel

15.00 – 15.30 Uhr, Vesper

15.30- 17.00 Uhr freies Spiel

Das Freie Spiel

Im der Bildungsarbeit des Hortes beinhaltet das frei initiierte Spiel des Kindes eine zentrale Rolle. Je nach Alter durchlaufen Kinder bestimmte Stufen des Spiels. Wichtiges Merkmal des Spiels ist das es zweckfrei ist. Es ist ein selbst initiierter Lernprozess, der vom Kind ausgeht. Spielen bedeutet auch immer lernen, den ErzieherInnen obliegt die Aufgabe, diesen kreativen Prozess des Kindes zu begleiten. Im Spiel werden Wünsche, Bedürfnisse und aktuelle Themen der Kinder deutlich. Diese Beobachtungen der Spielinhalte werden in die weiterführende Arbeit mit den Kindern integriert.

Kammer des Wissens

Die Zeit der „Kammer des Wissens“ ist von 12:40 Uhr bis 14:10 Uhr. Es ist für die Klassen, die keinen Unterricht mehr haben die Zeit des Ausklangs des Schultages. In dieser Zeit gibt es vielfältige kreative und aktive Angebote. Die Kinder können in der „Kammer des Wissens“ ihre Aktivitäten frei wählen. Als zentraler Bestandteil dieser Zeit gilt neben den thematischen Angeboten das freie Spiel.

Vesper

Wir bieten den Kindern eine gesunde und regelmäßige Ernährung, in Form einer Vesperergänzung und unter Beachtung einer gesundheitsförderlichen Esskultur an.

Wir sind für die Vorbereitung und die Nachbereitung des Vespers verantwortlich, somit auch für den Einkauf der Lebensmittel für die Vesperergänzung.

Diese bestehen aus Obst, Gemüse und Milch, Tee oder andere Getränke.

Unser Vesper findet zwischen 15.00 und 15.30 Uhr im Schulgebäude in zwei jahrgangsgemischten Gruppen statt. Die Kinder, die zu dieser Zeit noch an Ganztagsangeboten unserer Schule teilnehmen, haben die Möglichkeit dazu 15.45.Uhr.

Gesunde Ernährung soll Spaß machen, wir gestalten mit den Kindern jahreszeitlich verschiedene Tischdekorationen, decken gemeinsam den Tisch oder bereiten zusammen das Obst und Gemüse z. B. in Form von Spießchen zu.

Nach dem Vesper helfen die Kinder beim Abräumen und Abwischen der Tische. Gern beteiligen sie sich beim Aufwaschen und Abtrocknen des Geschirrs. Dabei lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen und etwas für die Gemeinschaft zu tun.

Wir geben den Kindern die Möglichkeit, ihre Tischnachbarn täglich neu zu wählen und somit das Miteinander in der Gruppe und die Stellung jedes einzelnen Kindes in dieser aufzubauen und zu stärken. Mit den Kindern aufgestellte Tischregeln, geben diesen die Möglichkeit zu Gesprächen während der Mahlzeiten und sie lernen gleichzeitig Rücksicht auf andere zu nehmen. Uns bieten sich in diesen Tischgesprächen vielfältige Gelegenheiten, die Interessen der Kinder, Erlebnisse, Ideen und Spielvorhaben zu erfahren und diese in unserer pädagogischen Arbeit aufzugreifen. Deshalb ist uns eine gemeinsame Vesperzeit mit allen anwesenden Kindern wichtig.

3.4 Feste, Rituale, Projekte/ Religionspädagogik

Religiöse Rituale im Hort

Wirkliche Religion nimmt sich die Freiheit, das ganze Leben zu durchdringen.

Paul de Legarde

Wir sehen die religiösen Grunderfahrungen im Gesamtkontext kindlicher Bildung.

Kinder suchen nach ehrlichen Antworten auf die existentiellen Fragen des Lebens. Sie wollen wissen wer sie sind und interessieren sich für ihren Lebensweg.

Gelebte Beziehungen und Vorbildwirkungen sind für uns existentielle Grundlagen,

d.h. Ich (Erzieher) nehme Dich (Kind) wahr mit deinen Fragen, deinen Lebensthemen, die du (vielleicht auch nicht) aussprechen kannst oder magst.

Wir möchten das Vertrauen der Kinder, ihre Hoffnung und ihr Selbstwertgefühl stärken.

In unserer Begleitung und Haltung als Erzieher soll Gott für die Kinder erfahrbar werden.

Kinder erleben sich in ihrer Individualität als Teil einer faszinierenden Schöpfung mit speziellen Kompetenzen in Wahrnehmung und Handeln und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für ihr Zusammenleben.

Die Basis für ein gelingendes Miteinander beruht nach unserer Auffassung in der Vermittlung authentisch gelebter christlicher Werte. Spürt ein Kind Geborgenheit, gewinnt es Vertrauen und kann darauf aufbauend sein Leben trotz mancher Schwierigkeiten gestalten. Biblische Geschichten können dabei wertvolle Hilfe sein.

Wer von etwas überzeugt ist, möchte dies zum Ausdruck bringen. Die Kinder können im Hort ihren Glaubenserfahrungen in vielfältiger Weise Raum geben.

Anregungen bieten wir durch verschiedene Rituale (z.B.: Tischgebete, religiöse Lieder, kirchenjahreszeitlicher Schmuck der Räume mit entsprechenden Symbolen).

In Zusammenarbeit mit der Schule und den umliegenden Kirchgemeinden erleben wir gemeinsam folgende kirchenjahreszeitliche Feste: Erntedank, Reformationstag, St. Martin, Advent, Weihnachten, Epiphanias, Fastenzeit und Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten.

Wir beteiligen uns zudem an schulischen Höhepunkten wie Schulgottesdiensten und religiösen Projekten.

Es ist gut, gemeinsam auf dem Weg zu sein…

3.5 Dokumentation

Der Hort hat einen Bildungsauftrag, um diesen gerecht zu werden wird die Portfolioarbeit ein Bestandteil sein, um Bildungsprozesse der Kinder zu Dokumentieren.

Bei der Erstellung von Portfolios fühlen sich Kinder in ihrer Persönlichkeit wahrgenommen und erfahren eine besondere Art der Wertschätzung. Sie lernen sich selbst einzuschätzen: „Das kann ich schon.“ – „Das habe ich im letzten Jahr gelernt.“ Die Kinder sind maßgeblich an der Gestaltung beteiligt und erfahren somit, dass sie aktiv bei ihrem Entwicklungsprozess und dessen Dokumentation mithelfen dürfen.

3.6 Elternarbeit

Die Erziehung ist primär die Aufgabe der Eltern. Unser Hort kann und will diese Aufgabe nicht ersetzen, aber er bietet durch die Fachkompetenz der MitarbeiterInnen und im Rahmen dieses Konzeptes Unterstützung.

Die gewählten Elternsprecher für Schule und Hort sind Ansprechpartner und Vermittler zwischen

Kindern, Eltern, Erziehern und dem Schulverein.

Dazu bedarf es des engen Kontaktes und der aktiven und konstruktiven Zusammenarbeit untereinander. Die Eltern müssen bereit sein, dieses Konzept mit zu tragen und die praktische Umsetzung zu unterstützen.

Wir legen ausdrücklich Wert auf eine Mitarbeit der Eltern im Hort. Wichtig ist die Unterstützung bei Projekten, Fahrten oder Exkursionen aber genauso das Einbringen im täglichen Hortleben, etwa durch aktives Zuhören beim Berichten der Kinder über Erlebtes oder durch Mitspielen.

4.0 Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit wird organisiert durch den Trägerverein. Dabei wird er fachlich und personell von den Mitarbeitern und den Eltern unterstützt.

5.0 Kooperation Grundschule / Hort

Grundschule und Hort sind eigenständige, aber miteinander korrespondierende Einrichtungen, welche einen wesentlichen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder haben. Die Grundschule „Apfelbaum“ und der Hort „Apfelbaum“ haben eigenständige, aufeinander abgestimmte Konzepte, das Leitbild und die pädagogischen Grundsätze sind dieselben.

Ziel einer Kooperationsvereinbarung zwischen Grundschule und Hort ist es, die Zusammenarbeit beider Einrichtungen zu vertiefen und den Kindern auf Grundlage der pädagogischen Konzepte optimale Bedingungen während ihres Aufenthaltes in Schule und Hort zu verschaffen. Die Ganztagsangebote (GTA) sollen auf hohem qualitativen und quantitativen Niveau weiterentwickelt werden, wobei die Potenzen der Lehrpläne ebenso genutzt werden wie die sich aus dem Bildungsauftrag des Hortes ergebenden Möglichkeiten.

6.0 Visionen

6.1 Räumlichkeiten

Der Hort soll in den nächsten 4 Jahren so erweitert werden, dass alle Kinder die Möglichkeit haben, die Schule als Ganztagsangebot zu nutzen. Dafür soll personell und räumlich die Kapazität erweitert werden.

Die aktuelle räumliche Situation wird von allen Beteiligten schon jetzt als unzureichend empfunden. Perspektivisch ist ein Ausbau des Gebäudes geplant, ein großer und mehrere kleinere Räume, unter Anderem ein „ruhiger Raum“, eine Druckwerkstatt und ein weiterer Gruppenraum sind wünschenswert.

6.2 Naturpädagogik/ Waldhort

In Deutschland gibt es weit mehr als vierhundert Waldkindergärten. In Jena, Dresden und Leipzig entstehen Waldschulinitiativen, der Waldhort etabliert sich im Raum Berlin und seit 2009 erstmals in Radeberg und Technitz. Die Natur- und Waldpädagogik ist im Elementarbereich längst zum festen Bildungsbestandteil in Deutschland geworden. Dieses nachhaltige und zudem kostengünstige Modell gilt es vielmehr auch in die weiterführende Bildung von Kindern zu Integrieren.

In einer Zeit von Computerspielen und einer Flut von Fernsehprogrammen fehlt in weiten Bereichen der Kontakt zur Natur und damit zum eigentlichen Ursprung vom Leben. „In den Wälder sind Dinge über die Nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte“ (Franz Kafka), ganz in diesem Sinne soll ergänzend zur schulischen Bildung und integriert in den Ablauf des Hortes ein Naturpädagogisches Angebot für alle Hortkinder entstehen.

7.0 Qualitätsmanagement / Evaluation

Verein, Hort und Schule bilden gemeinsam einen Pädagogischen Beirat. Dieser setzt sich zusammen aus:

1. Vorsitzender, Vorstand, Pädagogischer Sprecher, Vorstand, Kirchlicher Mitarbeiter, entweder Vorstand, Vereinsmitglied oder extern, Schulleiter, Hortleiter, 2 Elternsprechern.

Die Aufgaben des Beirates sind:

Qualitätssicherung Schule und Hort (QM) durch Organisation von Hospitationen 1xjährl. durch Fachberater Schule + Hort (Schulstiftung, Diakonie), Planung von Fortbildungen, Überprüfung der Umsetzung und ggf. Organisation der Überarbeitung des Schul- und Hortkonzeptes, Organisation und Überprüfung der Umsetzung regelmäßiger interner und externer Evaluation.

Der Pädagogische Beirat erarbeitet mittelfristig ein QM- Handbuch auf Grundlage eines zertifizierten QM- Verfahrens, z.B. „CoLibri, Wertorientiertes Qualitätsmanagement für Kindertageseinrichtungen“ auf Grundlage der DIN EN ISO 9000 und dem KTK-Gütesiegel.

Diese festgehaltenen Qualitätskriterien sollen helfen, die Qualität der täglichen Arbeit zu garantieren.

Der Pädagogische Beirat trifft sich mindestens 2 x jährlich, jeweils im April und November.

8. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung/ SGB VIII § 8a

Das Thema „Sicherung des Kinderwohls“ ist ein wichtiger Baustein unserer täglichen Arbeit. Die Mitarbeiter des Ev. Schulvereines „Apfelbaum“ e.V.  sind über das Thema informiert und durch Weiterbildungen geschult.

Alle Mitarbeiter des Evangelischen Schulvereins „Apfelbaum“ e.V. haben einen Verhaltenskodex unterzeichnet und entsprechen ihm. Des Weiteren haben alle Mitarbeiter ein erweitertes Führungszeugnis zur Sicherstellung der persönlichen Eignung laut § 72a beim Träger abgegeben.

Bei Anzeichen einer möglichen Kindeswohlgefährdung bei den uns anvertrauten Kindern ist jeder Lehrer und jeder Erzieher zur Information an die Leitung verpflichtet. Im fachlichen Austausch im gemeinsamen Team von Schule und Hort erfolgt eine erste Gewichtung der Beobachtungen oder Informationen. Hierzu kann eine insoweit erfahrene Fachkraft  hinzugezogen werden.

Es folgt eine Festlegung möglicher Maßnahmen, Verantwortlicher und Termine.

Bei Unsicherheit, in schwierigen Fällen und bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch/Gewalt ist die Leitung verpflichtet, das Jugendamt zu informieren bzw. hinzuzuziehen und externe Kinderschutz-Fachkräfte (ggf. Spezialisierung) in der Region einzuschalten.

Die Einbeziehung der Eltern zur Abwendung der Gefährdung wird in allen Stufen angestrebt; sie erfolgt vorerst nicht, wenn eingeschätzt wird, dass dadurch der Schutz des Kindes nicht gewährleistet werden kann.

Der Evangelische Schulverein „Apfelbaum“ e.V. hat mit dem Jugendamt des Landkreises Nordsachsen eine Kooperationsvereinbarung zur Sicherung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung gemäß § 8a Abs. 1 SGB VIII, sowie zur Sicherung der persönlichen Eignung von Beschäftigten im Sinne § 72a SGB VIII abgeschlossen.

Anhang:

(1)    Kooperationsvereinbarung

(2)    Handbuch für Schule und Hort

Quellenangabe:

(1)    Sachsische Bildungsplan. Fassung 2007

(2)    Tenorth/ Tippelt: Lexikon Pädagogik

      Weinheim und Basel 2007

(3) Michael Kalff: Handbuch zur Natur- und Umweltpädagogik.
Theoretische Grundlegung und Praktische Anleitung für ein
tieferes Mitweltverständnis, Tuningen 2001

(4) Eva Maria Waibel: Erziehung zum Selbstwert.
Persönlichkeitsförderung als zentrales pädagogisches Anliegen
Donauwörth 2002

(5) Jahreskreis: Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Ebersberg Gemeindebrief             (November, Dezember 2010 / Januar, Februar 2011)

  Stand: 1. Juli 2014